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Meine allererste Philippinen Reise – Teil 4: Bohol

Meine allererste Philippinen Reise – Teil 4: Bohol

Fähren Schreck und tierische Erlebnisse – Ein Reisebericht

 

Honda Bay, Palawan

Wir waren gut 1 Woche auf Palawan gewesen, zuletzt 2 Tage in Puerto Princesa.
Eigentlich hatten wir vor den Underground River noch mitzunehmen, entschieden uns aber spontan um, nämlich für ein Honda Bay Island Hopping.
Wir fuhren die 40 min zur Honda Bay mit dem Trike und legten erst vor Ort unsere Route fürs Island Hopping fest. Es gab eine kleine Enttäuschung als wir hörten dass Snake Island gesperrt war. Also wurden es Cowrie,obligatorisch, luli und Pandan Island.
Cowrie Island war ein absoluter Reinfall. Beim anlegen wird man schon von einer lustigen Kuh Skulptur oder ähnliches begrüßt. Ein Koreaner Magnet eben. Luli Island, eine Insel die jeden Tag bei Flut versinkt, war ganz schön und dann Pandan Island einfach ein Traum mit wunderschönem Strand. Da wir auf einer privaten Tour unterwegs waren, hätte es auch noch die Option auf einen Besuch der noch weiter enfernten Insel Dos Palmas, genannt nach dem Resort darauf, gegeben, was wir aber zeitlich nicht mehr schafften.
Im nach hinein bin ich froh darum, denn damals wusste ich noch nicht dass die einzige Entführung von Touristen die es auf Palawan jemals gegeben hat, auf dieser Insel stattgefunden hatte.
Ein bitterer Beigeschmack bleibt.

Die Horror Fähre nach Bohol

Unser nächstes Ziel von Puerto Princesa aus hieß Bohol. Etwas wehmütig verabschiedeten wir uns von den Llizzards in Puerto Princesa, diese waren uns von allen bisherigen Mitbewohnern die liebsten gewesen.
Wir flogen von Puerto Princesa nach Cebu City und planten von dort mit der Fähre nach Tagbilaran überzusetzen.
Das Taxi vom Flughafen zum Hafen bretterte zu einem alten Madonna Song mit durchgedrücktem Gaspedal durch die, wie mir schien, ziemlich hässliche Gegend und ich bereute augenblicklich erwähnt zu haben dass wir es eilig hätten. Vielleicht war der Taxi Driver auch einfach übermütig weil gerade kein Traffic war.

Der Fahrer ließ mich an einem kleinen Ticket Büro aussteigen, meine Freundin wartete im Auto.
Es war schon früher Abend, bald würde es dunkel werden, und es gab keine große Auswahl an Fähren. Wie üblich hatte ich kein glückliches Händchen bei Entscheidungen.
Die nächsten Fähren waren eine Weesam und eine Super Cat. Ich nahm die günstigere, Weesam. Das war ein Fehler.

Während wir am Pier warteten war es Nacht geworden. Als unsere Fähre schließlich abfahrbereit war, standen eine Handvoll Leute von ihren Sitzen auf. Das hätte uns vielleicht schon stutzig machen sollen.
Beim Anblick der Blech Schaukel bekam ich erstmal einen gelinden Schock. Sofort stürmten Bilder von Fährunglücken auf den Philippinen auf mich ein. Dieses Ding war mehr ein Boot als eine Fähre, komplett verrostet und meines Erachtens nach in katastrophalem Zustand. 2 Sitzbänke gab es nur unter Deck, ich glaube dass oben Fracht geladen war, bin mir aber nicht sicher.

Als Landratte aus dem tiefsten Bayern hatte ich sowieso nicht sehr viel vertrauen in Boote. Dieses hätte ich mir in einem Albtraum nicht besser ausmalen können. Je weiter wir uns vom Hafen entfernten, desto näher kam ich einer Panikattacke. Das hört sich vielleicht übertrieben an, aber ich fühlte mich wirklich elend.
Ich versuchte mich auf die Lichter draussen zu konzentrieren und nicht auf das Schaukeln des Schiffes. Irgendwann gab es keine Lichter mehr draussen, Sterne und Mond waren nicht zu sichtbar, nur noch Dunkelheit. Trotzdem starrte ich zur kleinen Luke hinaus um nicht den verrosteten Laderaum mit uns und den ca. 5 philippinischen Mütterchen zu sehen. Vorsichtshalber zog ich eine vergilbte Schwimmweste an.

Der Alona Beach

Schließlich erreichten wir doch noch heil Tagbilaran. Es gab dort Vans, die auf genügend Kunden warteten um loszufahren. Nachdem es schon spät war und ich fertig mit den Nerven, wählten wir die teurere Variante und ließen uns privat zum Alona Beach auf Panglao Island fahren. An einem größeren Parkplatz eines sehr schönen Resorts bedeutete man uns auszusteigen, aber nicht ohne vorher eine Lobeshymne auf „Little Boracay“ anzustimmen. Bei näherer Betrachtung brauchten wir gar nicht in das Resort vor uns hinein zu gehen, es lag definitiv über unserem Budget von 1500 Pesos pro Nacht.
Also wanderten wir mal wieder den Strand entlang, mein Zieh Koffer war kein angenehmer Begleiter.

Wir landeten bald bei einem Resort, welches tatsächlich ein 1500 Pesos Zimmer für uns hatte. Der Mitarbeiter führte uns durch eine Bungalow Anlage um einen nicht so schönen Swimming Pool herum. Er erzählte uns, vertraulich, der Besitzer des Resorts sei Australier und wollte damit in uns missverständlicher weise anscheinend verwandtschaftliche Gefühle wecken.
Er öffnete die Türe eines Bungalows und alles was ich sah waren weisse Fliesen und eine fette Kakerlake die darüber raste. Nein, danke. Wir fragten ob er noch ein anderes Zimmer habe? Ja, sicher, antwortete er, für uns auch zum spezial Preis!
Der zweite Bungalow mit Veranda schien in Ordnung.
Müde nach dem langen Reisetag packten wir unsere Habseligkeiten aus und waren froh endlich angekommen zu sein. Da konnte man auch über kleine Mängel wie den fehlenden Deckel einer Toiletten Spülung hinweg sehen. Zumindest gab es eine Toiletten Spülung.

Trotz der späten Stunde plagte uns noch ein Problem. Wir hatten einen Bärenhunger, das Restaurant der Anlage hatte aber schon geschlossen. Also machten wir uns auf den Weg den Alona Beach nach etwas essbarem abzusuchen.
Alles was wir auf Anhieb fanden, war eine amerikanische Sports Bar die Burger servierte.
Der Laden war sehr voll, wir waren aber außer den Kellnerinnen die einzigen Frauen drinnen. Die Burger waren ausgesprochen lecker, aber gleich nach dem Essen machten wir uns auf den Rückweg. Wir hatten irgendwie erwartet dass in „Little Boracay“ mehr los sei.

Wieder zurück setzten wir uns noch an den Pool vor unserm Zimmer und rauchten eine Zigarette. Wir saßen direkt gegenüber der Veranda Stufen unseres Bungalows.
Plötzlich war ein rascheln zu hören. Wir sahen eine Ratte, eine leibhaftige, unter unserer Veranda. Ganz toll.
Noch nicht vom ersten Schrecken erholt schreit meine Freundin ca. 20 Sekunden später:“Schau da, hier krabbelt alles!“

Hier krabbelt alles!

Tatsächlich bewegte sich ca. 1,5m vor uns riesiger Krebs oder so am Pool entlang. Ich habe so ein Tier noch nie gesehen, auch nicht später. Der Krebs war Männer Faust groß und hatte eine Art spitziges Schneckenhaus.
Wir ergriffen die Flucht in unser Zimmer.
Nun wollten wir aber ganz sicher schlafen, der Tag war sehr speziell gewesen.
Aber Ruhe war uns noch nicht vergönnt.

Kaum lagen wir im Bett war laut und deutlich ein kratzendes Geräusch von draußen zu hören. Es hörte sich an, als würde ein großes Tier direkt vor unserer Tür scharren.
Wir sahen uns mit vor Schreck geweiteten Augen an. Wir waren uns einig dass wir jetzt Angst hatten. Das Geräusch hielt in unregelmäßigen Abständen an.

Meine Freundin fasste sich ein Herz, nahm meine Hand, und Hand in Hand gingen wir zum Fenster ohne etwas zu sprechen.
Wir schoben den Vorhang weg und sahen hinaus- draußen am Pool vor unserer Tür saß ein Mann und schrubbte und kratzte an den Liegen! Warum auch immer er das mitten in der Nacht tat…

Wir lachten noch richtig viel und schliefen ein mit dem Vorsatz uns am nächsten Morgen so schnell wie möglich eine neue Unterkunft zu suchen.

Genau das taten wir nach dem Frühstück, wir checkten aus der Krabbel Bude aus und begaben uns auf die Suche. Die Resorts beach front schienen uns recht teuer, in der 2. Reihe wurden wir fündig.
Das Flower Garden Resort ist eine schöne Anlage unter Schweizer Leitung und auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Wir nahmen ein Haus mit 2 Schlafzimmern weil es uns so gut gefiel und sogar obwohl es über unserem Budget lag.

So weit, so gut. Aber unser Abenteuer auf Bohol hatte gerade erst begonnen und die Insel sollte noch einiges für uns auf Lager haben.

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