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Interview mit einer echten Meerjungfrau und Apnoe Taucherin

Interview mit einer echten Meerjungfrau und Apnoe Taucherin

Ein Leben im Einklang mit dem Ozean

Odessa Bugarin, 28, ist eine philippinische Apnoe Taucherin, Scuba Dive Master, echte Meerjungfrau mit ihrer eigenen Mermaid Swimming Academy und eine passionierte Umweltschützerin.

Ihr Leben ist geprägt von einer tiefen Liebe zum Meer und dessen Bewohnern, deswegen initiiert sie Kampagnen gegen Krokodil Leder Taschen, versucht Menschen aufzuklären über die traurige Wahrheit hinter Ocean Parks und bewirbt vegane Kosmetik für die kein Tier je leiden musste.

Was sie zu einer heute außergewöhnlichen Person macht, ist das wofür sie steht, das Ausleben ihrer Leidenschaft und der Versuch die Welt ein klein wenig besser zu machen.

Tauchen Philippinen, Taucherin mit Krokodil
Odessa mit einem Salzwasser Krokodil

Hier sind unsere Fragen an sie:

Wie hat eigentlich alles begonnen? Dass du eine echte Meerjungfrau wurdest und was bedeutet es für dich anderen Menschen das „Mermaiding“ beizubringen?

Odessa: Ich wurde in Oslob, Cebu, geboren, in einem Haus am Meer. Schon als Kind lernte ich Apnoe Tauchen von meiner Mutter und meinem Bruder, die beide Speer Fischer sind. Damals sagte ich ihnen, während ich mit ihnen tauchte, dass es grausam sei, Tiere zu töten. Ich denke so hat alles begonnen. Wie jedes kleine Mädchen träumte ich davon eine Meerjungfrau zu sein, seit Ariel im Disney Film alle Kinder weltweit bezauberte. Ich tauchte sogar mit meinen Cousinen um die Wette und wir spielten „wer kann die beste Meerjungfrau sein“.

Im echten Leben traf ich 2013 auf Boracay Normeth Preglo und Anamie Saenz. Ich war damals Dive Master und gerade dabei den Scuba Dive Instructor abzuschließen. Die beiden, die quasi den Sport des „Mermaiding“ erfunden haben, wurden meine Mentoren.

Eine Meerjungfrau zu sein zieht auch heute noch vor allem Kinder in den Bann. Ich glaube dass Kinder die zukünftigen Botschafter unseres Planeten sind und deshalb ist es für mich sehr wichtig ihnen die Natur und das Meer nahezubringen. Im Zeitalter der Digitalisierung ist das kein einfaches Unterfangen, aber der Zauber der Meerjungfrauen und die eigene Phantasie sind nach wie vor ein Anreiz, sogar für Erwachsene.

Wenn ich unterrichte, lehre ich nicht nur zu schwimmen wie eine Meerjungfrau, ich versuche durch Spass an der Sache auch Umweltbewusstsein zu vermitteln. Auf diese Weise lernen meine Schüler ohne es überhaupt mitzubekommen, und sie hören auf mich!

Tauchen mit dem Sardinen Schwarm
Odessa im Sardinen Schwarm

Du bist Apnoe Taucherin. Ist das nicht gefährlich?

Odessa: Sowohl Scuba Tauchen als auch Apnoe Tauchen sind relativ sicher, wenn man sich an Regeln hält. Wie beim Tauchen mit Flasche auch, gibt es gewisse Risiken, deswegen ist es sehr wichtig an einem guten Unterricht teilzunehmen und die jeweiligen Zertifikate zu erwerben.

Ich liebe beides! Beim Scuba Diving kann ich länger unter Wasser bleiben und alles genauer betrachten.

Am Apnoe Tauchen liebe ich die Ruhe, die Feierlichkeit eines Prozesses bis zum äußersten zu gehen und eins zu werden mit meiner Umgebung. Ich genieße es einfach nur da zu sitzen und die Fische ein paar Minuten zu beobachten ohne irgendeinen Apparat. Es ist eine komplett andere Welt.

Am Wettbewerbs Apnoe Tauchen nehme ich auch Teil, was aber wiederum ganz anders ist. Hier geht es darum, was man körperlich erreichen kann.

Sehr wichtig ist beim Apnoe Tauchen Adrenalin zu vermeiden. Man sollte so relaxt wie möglich sein, um einen Atemzug länger auszunutzen. Diverse Atem Techniken können dabei helfen.

Ich will immer tiefer hinab auch wenn ich dabei an meine Grenzen gehe. Ich will herausfinden wie weit ich gehen kann und wie lange ich auskomme mit einem einzigen Atemzug, das ist meine Herausforderung.

Apnoe Tauchen Philippinen

 

Hat das etwas mit Talent zu tun, oder kann jeder lernen so zu tauchen wie du?

Odessa: Jeder kann Apnoe Tauchen lernen. Alles hängt ab von Techniken, Übung und der richtigen Vorbereitung.

 

Kannst du uns eines deiner schönsten Unterwasser Erlebnisse erzählen?

Odessa: Jedes Erlebnis das ich unter Wasser mache ist für mich das Schönste. Ich kann da nicht differenzieren. Ausgenommen wenn ich Plastik Flaschen oder -Teile schwimmen sehe und manchmal wenn eine starke Strömung Müll anschwämmt. Wenn ich realisiere wie sehr wir Menschen die Ozeane misshandeln.

Meerjungfrau Odessa
Meerjungfrau Odessa

Kannst du uns die besten Tauchspots der Philippinen empfehlen?

Odessa: Es gibt so viele tolle Tauchspots auf den Philippinen! Und es kommt darauf an ob der Taucher Makros, kleinere Arten oder Großfisch zu sehen bevorzugt… Ich mag alles, deswegen tue ich mich schwer die Frage zu beantworten, aber wenn ich wirklich muss dann: Moalboal, Cebu.

Hier kann man das ganze Jahr über die Sardinenschwärme sehen, die wiederum größere Jäger anziehen. Weil es soviel Seegras in Maolaboal’s Gewässern gibt, können auch Meeresschildkröten täglich beobachtet werden.

Batangas ist berühmt für seine Makros, aber ehrlich, es gibt soviel dort zu sehen! Delphine, Teufelsrochen und viele Arten mehr!

Zum Schiffswreck Tauchen empfehle ich Coron und Subic, wobei Coron eine viel bessere Sicht bietet.

Andere tolle Orte zum Tauchen sind Malapascua, Panglao, Negros und Puerto Galera.

Das Tabbataha Reef ist das National Riff, aber durch die abgelegene Lage recht teuer und nur saisonal.

 

Sind die Philippinen für Anfänger geeignet um Scuba oder Apnoe Tauchen zu lernen?

 

Odessa: Natürlich! Zum Beispiel auf Boracay. Dort gibt es flache Gewässer und die Strömung ist nicht so stark. Aber wir haben auf den ganzen Philippinen gute Tauch Basen und Instructors um Menschen das Tauchen beizubringen.

Philippinen Apnoe Tauchen

 

Wie man auch auf deinen Fotos sehen kann hast du keine Angst vor gefährlichen Tieren wie Haien und Krokodilen… Warum?

Odessa: Ich glaube einfach dass Angst vor diesen Kreaturen der falsche Weg ist. Respekt sollte man haben, nicht Angst. Ganz ehrlich… ich habe mehr Angst vor den Menschen! Tiere ziehen grundsätzlich immer den Kürzeren und seit ich für ihre Rechte kämpfe habe ich jede Angst vor irgendeiner Spezies verloren. Das Schwimmen mit diesem Salzwasser Krokodil war einer der besten Momente meines Lebens. Ich komme mit Krokodilen besser aus mit Menschen und ich glaube du verstehst mich schon, warum…

Frau taucht unter Krokodil

Walhaie sind eine der majestätischsten Lebewesen auf Erden und das Schwimmen mit ihnen ist eine Haupt Attraktion für Touristen auf den Philippinen. Was hältst du davon?

Odessa: Die Walhaie werden in Oslob angefüttert damit eine Sichtung für Touristen garantiert ist. Ich wünschte einerseits das wäre nicht so, denn es ist einfach unnatürlich, auf der anderen Seite muss man auch sehen dass ihr „Nutzen“ für den Tourismus, die Möglichkeit mit ihnen Geld zu verdienen, das einzige ist, was die Fischer davon abhält sie zu töten.

Walhaie waren ein großer Fang und bedeuteten viel Geld für Fischer früher, bis sie nun gelernt haben, dass es auf anderen Wegen besser Geld zu verdienen gibt ohne die Walhaie zu töten und ihr Fleisch z.B. nach China zu verkaufen.

Außerdem sind in den letzten Jahren ein paar neue Regeln bezüglich der Walhaie in Oslob in Kraft gesetzt worden. Freunde von mir sind Meeres Biologen und arbeiten direkt vor Ort.

Vor ein paar Jahren fütterten die Fischersleute die Walhaie den ganzen Tag, um sie in der Nähe zu halten. Jetzt ist die Fütterung nur noch zwischen 7 Uhr und 11 Uhr vormittags erlaubt. Zudem wird auf einer strengere Umsetzung der Regeln wie die Tiere nicht zu berühren, keine Sonnencreme zu tragen oder überhaupt einen gewissen Abstand zu den Fischen zu halten, geachtet.

Meine Freunde versuchen auch mehr Geld von der Regierung für die Walhaie zu bekommen, um sie besser schützen zu können, aber es ist nicht einfach wenn Geld im Spiel ist.

Also, alles in allem, finde ich die Anfütterung und den Walhai Tourismus nicht total Ordnung, aber da das Töten der Tiere dadurch beendet wurde, bin ich damit einverstanden. Ich wünsche mir nur dass es vielleicht irgendwann eine andere Möglichkeit gibt, die Walhaie am Leben zu erhalten, ohne sie an zu füttern und ohne eine Art Zoo aus dem Ort zu machen.

 

Wenn man die treffen möchte um von dir Mermaiding oder Apnoe Tauchen zu lernen, wo kann man dich finden?

Odessa: Odessa’s Mermaid Swimming Academy befindet sich in Moalboal, Cebu. Außerdem kann man mich beim Freediving Planet Moalboal antreffen.

 

Nacht Tauchgang Philippinen

 

Siehe auch:

Tauch Safari Visayas

 

 

 

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Meine allererste Philippinenreise – Zwei ohne Plan in Manila

Meine allererste Philippinenreise – Teil 1

Zwei ohne Plan in Manila – ein Reisebericht

Wie alles begann, das ist immer so eine Frage… Doch diesmal weiss ich es ganz genau.

Ich könnte es auch eine liebenswerte Katastrophe nennen. Heute kann ich über vieles lachen.
Trotzdem, auch wenn ich es zu diesem Zeitpunkt nie geglaubt hätte, sollte diese Reise mein Leben verändern, über 1 Jahr bin ich danach geblieben, und für den Rest meines Lebens werde ich mit den Philippinen verbunden sein. Schon allein durch meinen Mann und Sohn.

Im Oktober 2012 habe ich zufällig ein YouTube Video über El Nido gesehen und beschlossen dass ich unbedingt dorthin möchte. Kurzerhand meine beste Freundin überredet, haben wir einen Flug für April 2013 nach Manila gebucht. Ich war im Jahr zuvor in Thailand im Urlaub gewesen und habe den Fehler gemacht anzunehmen, die Länder seien irgendwie vergleichbar.
Natürlich haben wir uns dann doch während der Reisevorbereitungen über das Land schlau gemacht. (Malariaprophylaxe besorgt und so weiter.)

Manila Jeepney
Fahrt durch Manila

Wir hatten vor eine Nacht in Manila und den 1. Weiterflug nach Puerto Princesa schon vorher zu buchen und den Rest dann spontan vor Ort. Als Reiseziele hatten wir uns El Nido, Bohol und Siquijor in 4 Wochen ausgesucht.

Manila

In Manila angekommen wartete die erste Herausforderung, hinter der Wand aus Hitze und Luftfeuchtigkeit beim verlassen des Flughafens, am Taxistand auf uns. Sofort wurden wir von allen Seiten angequatscht. Wir mussten tatsächlich hilflos ausgesehen haben denn ich könnte schwören die Taxifahrer hatten bei unserem Anblick Dollarzeichen in den Augen.
Wir entschieden uns schnell für einen sehr zahnlückigen älteren Herrn, der noch schneller unsere Koffer in seinem Auto hatte.
Als ich Alfredo, unserem Fahrer die Adresse von meinem gebuchten Hotel nannte zögerte er. „Maybe not so good“ und schlug uns vor dass er uns andere Hotels zeigt. (Mein gebuchtes Hotel war ein Motel, aber die genaue Bedeutung des Wortes wurde uns erst später bewusst.)
Da ich diejenige von uns beiden Münchner Mädels war die überhaupt schon mal in Asien war, ergriff ich die Initiative.
„Nein, dieses Hotel hat gute Bewertungen bei Agoda (die ich nicht gelesen hatte) und es kostet nur 15 Euro die Nacht. Wir reisen nämlich als Backpacker, aber auf Hostels mit Mehrbettzimmer haben wir keine Lust.“ In Thailand findet man auch annehmbare Hotels für 15 Euro die Nacht… :mauer

Gut, wir haben einen Festpreis von 1500 Pesos für die eher kurze Strecke ausgemacht und waren schon mal erleichtert dass Alfredo uns anscheinend weder ausrauben noch umbringen wollte.
Wegen einer Straßensperre machten wir eine kleine Stadtrundfahrt und hielten vorausschauender Weise noch an einem Money Changer wo natürlich Alfredos Freund/Cousin/Neffe/Schwager arbeitete.

Das „Hotel“

Als wir schließlich unser Hotel erreichten konnte ich kein Hotel sehen. „Wo denn?“ fragte ich und Alfredo deutete auf eine Art Parkhaus mit Tiefgarage.

Während wir den Schock verdauten schrieb unser netter Alfredo noch schnell seine Telefonnummer in meinen Reiseführer. (Den ich nicht so gut gelesen hatte, Jens Peters, ist sehr dick) Falls wir Hilfe bräuchten, denn wir erinnern ihn an seine Töchter, sagte er.
Am nächsten Morgen könne er uns wieder zum Flughafen bringen, 1500 Pesos.
Ok, uns war alles recht, jetzt erst mal rein in den Bunker.

Manila Hotel
Zimmer „Mondlandung“

Im Parkhaus befand sich die „Hotel Lobby“. Die zwei Mitarbeiter an der „Rezeption“ trugen Uniformen wie in einem 60er Jahre Kino. Wir wurden zu unserem Zimmer in der Tiefgarage geleitet und mir kam in dem Sinn dass ich mich für diese Unterkunft entschieden hatte wegen der Motto Zimmer die ich cool fand.

Über einer leeren Parkbucht ging es eine steile Beton Treppe nach oben wo sich seitlich eine Tür befand. Unser Zimmer lag lag genau über dem Parkplatz in der Tiefgarage… in der Tiefgarage.
Wir hatten das Zimmer mit dem Motto „Mondlandung“ erwischt, war irgendwie passend. Es gab sogar ein kleines Fenster mit grandiosem Ausblick auf die gegenüberliegenden Parkbuchten.

Manila Hotel Zimmer
Zimmer mit „Ausblick“

Nachdem der „Hotelboy“ verschwunden war wollten wir die Tür absperren, was leider nicht funktionierte. Wir hatten weder Schlüssel noch Karte und wir sahen keine andere Möglichkeit die Tür zu verriegeln. An der Tür hing aber unter dem Spion ein blau-gelbes Schild mit dem freundlichen Hinweis: „For your security, View first before you open the door.“

Während meine Freundin am Rande eines hysterischen Anfalls war, bin ich zurück zur „Lobby“ getigert und habe unser Problem mit dem Schlüssel geschildert. Ich erhielt die Auskunft man könne die Tür leider nur von aussen absperren. Wie praktisch!

Hotel Manila Tür Spion
„View first before you open the door“

Zurück in unserer Mondlandung Raumkapsel haben wir uns erstmal mit einer halben Schachtel Zigaretten eingeräuchert, für die Nerven.
Tatsächlich, oder vielleicht weil wir so müde vom Flug waren, haben wir danach die Nacht noch ruhig und unbehelligt geschlafen.
Pünktlich am nächsten Morgen kam Alfredo vorgefahren um uns zum Flughafen für unseren Flug nach Puerto Princesa zu bringen.

Die erste Nacht im Paradies hatten wir überstanden!

So macht mans besser:

Infos Manila

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