KOSTENLOSE REISE BERATUNG UNTER: Tel: 09181/9049712 oder info@entdecke-die-philippinen.de

Meine allererste Philippinen Reise – Teil 2: Fahrt nach El Nido

Meine allererste Philippinen Reise – Teil 2

Eine Fahrt auf dem Ehrensitz nach El Nido – ein Reisebericht

Vormittags landeten wir am niedlichen Flughafen von Puerto Princesa, Palawan. Meine Freundin beschloss noch ein wenig Geld abzuheben, hatten wir doch gelesen dass es in El Nido keine Möglichkeit mehr gibt an Bares zu kommen.
Praktischerweise befand sich ein ATM gleich am Flughafen. Wir manövrierten uns durch das Menü, aber der Automat spuckte auch nach mehrmaligem Versuchen kein Geld aus, sondern nur einen Beleg.
Ratlos fragten wir den Security Mann mit Waffe, der in der Nähe herumstand, ob er vielleicht wisse warum wir kein Geld abheben können. Der ATM sei wohl leer, meinte er.
Genauso wie die Tatsache dass ein Geldautomat überhaupt bewacht werden muss war uns das Problem dass ein solcher Automat leer sein könnte neu.

Unverrichteter Dinge, mein Geld sollte aber erstmal für uns Beide reichen, machten wir uns auf die Suche nach einer Fahrtgelegenheit nach El Nido.

ATM ist nicht gleich ATM

Am Parkplatz nahe dem Flughafen standen ein paar Vans, in einen stiegen gerade Leute ein.

Ich erkundigte mich beim Fahrer ob er auf dem Weg nach El Nido sei. „Yes“ antwortete er. „How much is it?“ fragte ich. „600 Pesos“. Wir freuten uns, das war ja günstig wenn wir an unsere Taxifahrt in Manila dachten… Aber der Van schien schon ziemlich voll zu sein. Eilig kramte ich in meiner Tasche und zog 1200 Pesos heraus. Der Fahrer schaute nochmal auf sein Auto und auf unser Gepäck und sagte „Ok, 1400 Pesos.“ Zuerst vermutete ich dass der Mann vielleicht nicht so gut im Rechnen ist und wies ihn darauf hin dass 2 mal 600 1200 Pesos seien. „No 700 each“ sagte er und deutete auf unser Gepäck, den monströsen Rucksack meiner Freundin und meinen Hartschalenkoffer.

Sichtlich erbost beratschlagten wir. Er hatte doch zuerst 600 Pesos gesagt… Schließlich beschlossen wir dass 2 Euro die Mühe einer Diskussion mit dem Typ, der ein grantiger Zeitgenosse zu sein schien, nicht wert waren. Verhandeln war wohl auch nicht gerade unsere Stärke. Mittlerweile saßen alle anderen Fahrgäste im Van, allesamt Filipinos, und es gab nur noch einen freien Sitz, den Beifahrersitz. (Dieser Van hatte keinen Doppelsitz vorne wie sie später öfter gesehen habe.)

Aber Mr. Schlechte Laune hatte noch ein Ass im Ärmel. Er klappte, zwischen Fahrer und Beifahrersitz etwas hoch was ein bisschen Ähnlichkeit mit einem Schleudersitz hatte, und bedeutete uns wir sollen einsteigen. Oje, wir schauten uns an, einer musste den Ehrenplatz einnehmen. Ich hatte eine Münze in der Tasche, wir warfen sie und ich gewann. Erleichtert versprach ich meiner finster dreinblickenden Freundin nach halber Strecke mit ihr zu tauschen.

El Nido
El Nido

Eine nette Fahrt nach El Nido auf dem Ehrensitz

Sie war wirklich nicht zu beneiden. Der Sitz war kleiner, kaum gepolstert und die Rückenlehne war viel zu niedrig. Dadurch, aber vor allem durch die erhöhte Position des Sitzes konnte man sich aber sowieso nicht hinten anlehnen, wenn man mit europäischen Maßen ausgestattet war, da man nach vorn gekrümmt sitzen musste. Während wir uns mit unseren Plätzen arrangierten, die Eine mehr, die Andere weniger, rumpelte es auf dem Autodach. Dann ging es auch schon los.

Nach einer Weile fing unser Fahrer an seltsame Geräusche zu machen. Von Zeit zu Zeit gab er tief brummende Laute von sich, als ob er Schmerzen hätte. Beunruhigt über sein körperliches Befinden bei gleichzeitig halsbrecherischem Fahrstil, bot ich ihm über meine Freundin hinweg einen Kaugummi an. Der fördert ja bekanntlich die Konzentration und vielleicht müsste er mit Kaugummi zumindest nicht mehr Brummen. Leider lehnte er ab. Meine Geste gefiel ihm aber anscheinend und er packte seinerseits nun eine Tüte mit lila Keksen aus, die er uns herüber hielt. (Bis heute weiß ich zwar nicht was das für Kekse waren, aber ich habe Gebäck mit dieser speziellen violett/lila Farbe später öfters in einfachen Bäckereien gesehen.)
Dankend nahmen wir zwei denn wir waren wahnsinnig hungrig. Wir waren seit 5 Uhr morgens unterwegs und hatten uns nur mit in Plastik eingeschweißten Tuna Sandwiches über Wasser gehalten.

Auf etwas mehr als halber Strecke stoppten wir an einer Eatery in der Pampa. wir freuten uns auf ein authentisch asiatisches Essen, scharf und mit viel Gemüse. Wir waren damals beide fast-Vegetarier und leider hatte sich schon wieder ein Vergleich mit der Thai Küche in meinem Kopf manifestiert. Auch hatte ich etwas von spanischen Einflüssen gelesen, hm, Paella wäre auch nicht schlecht gewesen.

Essen und Trinken auf den Philippinen

Erster Eindruck vom Essen

Hinter dem Verkaufstresen stand ein Mann der offensichtlich lieber eine Frau geworden wäre und begrüßte uns und die Anderen Fahrgäste überschwänglich. Besonders erinnere ich mich noch, dass er eine Hawaii Blumenkette aus Plastik um den Hals hatte. Seltsam was manchmal hängen bleibt.
Wir ließen uns von ihm/ihr die Gerichte, von denen einige hinter einer Glasvitrine ausgestellt waren, erklären. Als wir bei „Schweinegesicht“ angekommen waren beschlossen wir in stummer Übereinkunft dass wir doch nicht so hungrig waren. (Irgendwann viel später habe ich sogar Balut und ein paar andere Spezialitäten probiert, damals wäre uns das nicht im Traum eingefallen.)
Wir überlegten ob wir Reis pur mit irgendeiner Sauce bestellen könnten, aber das erschien uns irgendwie unhöflich, also deckten wir uns zumindest mit reichlich Wasser ein um unsere Mägen zu füllen.

Die letzte Etappe unserer Fahrt nach El Nido nahm ich auf dem Ehrensitz platz. Das Brummen des Fahrers war mittlerweile zur normalen Geräuschkulisse geworden und die Straßen wurden immer holpriger, was den guten Mann aber nicht im geringsten dazu veranlaßte etwas vom Gas zu gehen. Meine Freundin versuchte drüben im bequemen Sitz ein Nickerchen zu machen woran bei mir in meiner Haltung nicht zu denken war. Also schaute ich mir die Gegend an. Wir fuhren durch viel Dschungel und wenig Dörfer, die Landschaft hatte etwas raues, aber schönes.
während wir uns El Nido näherten fing es plötzlich stark zu regnen an. Ich betete dass wir bald ankommen würden, denn ich hatte nun noch ein anderes Problem als meinen Sitz. Ich musste dringend zur Toilette und es sah nicht so aus als lägen hier noch ein paar Tankstellen am Weg.

Endlich hielten wir an einem Straßenrand, an dem Resorts ausgeschildert waren, und die ersten Fahrgäste stiegen aus. Nach und Nach brachten wir alle Van Insassen zu ihren Hotels vor El Nido Town.
In der Nacht zuvor am Mond hatten wir uns noch etwas über Unterkünfte in El Nido informiert (wenigstens hatten wir WiFi) und ein günstiges Hotel mit dem Namen „Orange Pearl Resort“ war uns ins Auge gestochen. Nach unserem ersten Hotel Reinfall schraubten wir nun nämlich doch unsere Unterkunfts Ansprüche auf Kosten des Backpacker Daseins etwas in Höhe. Aber erstmal wollten wir uns das Resort vor Ort selbst ansehen.
Also sagte ich Mr. Fahrer wir möchten bitte dann am „Orange Pearl Resort“ aussteigen. Er antwortete, freundlich bis zuletzt, am Marktplatz sei Endstation. Kurz darauf kamen wir auch schon an und unser Gepäck wurde vom Dach abgeladen. Gut dass wir während der Fahrt nicht wussten wo es sich befand.

Las Cabanas Beach El Nido
Las Cabanas Beach El Nido

Die schlimmste Toilette meines Lebens

Es regnete immer noch und unser erster Eindruck von El Nido war etwas trist. Ich hatte allerdings immer noch und noch mehr das Problem dass ich dringend zur Toilette musste. Allein, meine Freundin hielt die Stellung und passte auf unsere Sachen auf, machte ich mich auf die Suche und erkundigte mich an einem Marktstand nach einem öffentlichen „Comfort Room“. Tatsächlich gab es Einen seitlich an der Markthalle. Es schwante mir schon dass jetzt nichts Schönes auf mich zukommt trotzdem war ich vom Anblick ziemlich überwältigt. Nie davor und auch nie wieder danach sah ich einen schlimmeren „Comfort Room“ als da in El Nido am Markt. Und ich sah noch Einige.

Wieder zurück erspähten wir im sich lichtenden Regen ein stehendes Tricycle. Drinnen saß ein Mann den wir gleich nach dem „Orange Pearl Resort“ fragten. Er schaute erstmal ratlos. Ich versuchte es mit „Marimegmeg Beach“. „Aah, Las Cabanas?“ Ja, von mir aus auch Las Cabanas, Hauptsache weg hier. Unsere erste Tricycle Fahrt verlief ungewohnt problemlos, nur an einem steilen Wegstück in der Richtung aus der wir auch schon gekommen waren dachte ich der Motor gibt gleich auf und umklammerte vorsichtshalber meinen hinten aufgeladenen Koffer..

Las Cabanas

Wenige Minuten später blieben wir auf einem Mini Parkplatz stehen und der Tricycle zeigte auf einen Trampelpfad durch den Wald. Von hier aus müssten wir zu Fuß weiter. wir stapften also auf dem vom Regen matschigen Waldweg, ich bewaffnet mit meinem Zieh- Koffer, voran. Ich denke es waren vielleicht ein paar 100 Meter dann endete die Vegetation abrupt und wir standen an einem wunderschönen Strand. Den Augenblick werde ich nie vergessen, wir waren pitsch nass und eingeschlammt, aber völlig überwältigt. Der Regen hatte aufgehört und von den der Bucht vorgelagerten Inseln stieg Dampf auf.

Rechts von uns sahen wir nur Strand also gingen wir nach links wo wir ein paar Gebäude ausmachten und schon bald aufs „Orange Pearl Resort“ stießen.
Wir suchten uns eine Doppelhälfte eines Strandbungalows aus, Preise und Zimmer waren okay. Die Lage aber war traumhaft. Nach dem Check in und dem Verstauen unseres Gepäcks besorgten wir uns ein paar Bier im Restaurant und setzten wir uns, so wie wir waren, auf die Veranda. Es war nun kurz vor 6 Uhr abends und genossen einen Sonnenuntergang der uns definitiv für die Strapazen des Tages entschädigte.
Wir lachten viel, jetzt würde das Abenteuer erst richtig beginnen.

Las Cabanas El Nido Sonnenuntergang
Las Cabanas Sonnenuntergang

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.